Indigene Mikroorganismen

Natural Farming lehnt fremde Mikroorganismen ab. Ebenso mechanisch produzierte, künstlich produzierte oder vereinzelte nur aus marktstrategischen Überlegungen heraus separierte Mikroorganismen. Keine anderen Mikroorganismen sind so gut angepasst an die lokalen Umstände wie IMO‘s. Sie leben schon tausende von Jahren in der Region und sind die besten Spezialisten. Die IMO‘s können einfach und günstig zu Hause vermehrt werden.

Mikroorganismen spielen eine Schlüsselrolle in der Ernährung der Pflanzen und der Harmonisierung des Bodengefüges. Ohne eine große Diversität von Bodenlebewesen ist ein gesundes Pflanzenwachstum und eine ausreichende Nährstoffversorgung nicht denkbar. Bei ihnen beginnt das Leben im Boden.

Auf unseren Kulturböden haben wir leider oft einen Mangel an Bodenleben. Außerdem sind vorhandene Mikroorganismen durch Zystenbildung in Dürreperioden (Schwarzbrache, schierer Boden, verarmte Vegetation) träge und können vorhandene organische Massen nur unzureichend umbauen.

Durch Mikroorganismen, die aus aktiven Biotopen gesammelt werden, kann die Bodenaktivität gesteigert werden. Vorausgesetzt, die neuen Bewohner bekommen zukünftig ausreichend organische Masse und gute Lebensbedingungen.

Indigene Mikroorganismen aus Deutschland können hier beim Unternehmen Wildkraut-Ferment aus dem Wendland bezogen werden: Wildkraut-Ferment

Was sind indigene Mikroorganismen?

In unserem Falle sind heimische Organismen im Bezug auf Garten-, Wald- und Landwirtschaft gemeint. Es sind vornehmlich (nach dem Edaphon von Francè):

  • Spaltpilze/Bakterien (Schizophyceen)
  • Kieselalgen (Bacillariaceen)
  • Zieralgen (Conjugaten)
  • Grünalgen (Chlorophyceae)
  • Gelbgrüne Algen (Siphonae)
  • Pilze (Fungi)
  • Urtierchen/Einzeller (Protozoa)
  • Wurzelfüssler (Rhizopoda)
  • Wimpertierchen (Ciliata)
  • Fadenwürmer (Nematoda)
  • Rädertierchen (Rotatoria)
  • und unglaublich viele mehr …

IMO, die Basis um das Land fruchtbarer zu machen

Ohne Land ist Gartenbau nicht denkbar. Deswegen ist die oberste Priorität, das Land zu stärken und fruchtbar zu machen. Was ist ein fruchtbares, ergiebiges Land? In einer wissenschaftlichen Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde, fand man 700 kg Mikroorganismen auf 0,1 ha Natural-Farming-Land. Abhängig von der vorhandenen Biomasse, könnte es ein wenig variieren. Davon waren 70-75 % Pilze, 20-25 % Bakterien und 5% kleinere Tierchen.

Angenommen 80% der Tierchen bestehen aus Wasser, ergibt die Trockenmasse 140 kg. Hierin befinden sich 70 kg Kohlenstoff (C), 11 kg Stickstoff (N). Die empfohlene Stickstoff Düngemenge ist bei rund 10 kg pro 0,1 ha. Der natürliche Stickstoffanteil ist Äquivalent. Auf einem Gramm Boden kommen zwischen 100 Millionen und 1 Billion unterschiedlichste Mikroorganismen vor. Die Größe eines menschlichen Fussabdrucks weist 3.280 Aphiden, 479 Flöhe, 78.810 Nemathoden und 1.845 kleine Regenwürmer auf, die harmonisch miteinander das Pflanzenwachstum fördern. Um erfolgreichen Land- und Gartenbau zu betreiben sollte der Boden ähnlich den oben beschriebenen Faktoren beschaffen sein.

Es ist Grundvorraussetzung für gesunde Pflanzen, dass die Bodenlebewesen optimale Lebensbedingungen vorfinden. Wenn eine Anbaufläche mit einer dicken Mulchschicht versehen wird, zeigt sich nach 7-10 Tagen eine weiße Schicht am Boden. Die Erde bleibt feucht und Locker. Dies ist eine sehr attraktive Umgebung für Regenwürmer. Auch ohne, dass IMO‘s hinzugefügt werden, beginnt die Fläche sich aus eigener Kraft zu vitalisieren und resistenter zu werden. In guter Umgebung gedeihen als erstes die Mikroorganismen. Danach folgen die Nemathoden und anschliessend besiedeln Regenwürmer, Maulwurfsgrillen, Erdkrebse sowie Maulwürfe den Boden. Diese und viele andere Organismen und Tiere unterstützen den Pflanzenwuchs durch Verbesserung des Bodenklimas. 90% der für Pflanzen wichtigen Mikroorganismen leben bis zu fünf Zentimeter unter der Erde. Am Besten hat sich ein Verhältnis von 7:3 von Schatten und Sonneneinstrahlung bewährt. Das verhindert zu starke Verdunstung und schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung. Die Fruchtbarkeit des Bodens wird immer von oben geregelt. Von daher ist es notwendig, Düngungen und organisches Material im Form von Mulch auf den Boden gebracht werden.

Der Stoffkreislauf

Mikroorganismen sind für die meisten Umwandlungsprozesse in der Natur zuständig. Sie schlüsseln die Stoffe auf oder schliessen neue Verbindungen. Für Mikroorganismen ist nichts unmöglich. Es existieren zwei Hauptaufgaben für Mikroorganismen. Als erstes zerteilen sie komplexe organische Verbindungen, wie abgestorbenes Tier- oder Pflanzenmaterial, Absonderungen, Ausscheidungen und organische Düngemittel in einfache Verbindungen und ermöglichen so einen geregelten Materialzyklus. Anorganische Nährstoffe werden ebenfalls zersetzt und aktiviert und damit leicht aufzunehmen für Pflanzen. Geschwächte Mikroorganismen bewirken eine schlechte Zirkulation der Stoffe.

Als zweites bilden Mikroorganismen komplexe organische Verbindungen durch Synthese. Dabei produzieren sie unterschiedliche Stoffe wie antibiotische Substanzen, Enzyme oder Milchsäuren. Diese verhindern vielerlei Krankheiten und fördern die chemischen Prozesse im Boden. Ohne Enzyme können chemische Prozesse äußerst langsam verlaufen oder gar ausbleiben. Wenn das Sonnenlicht ein Blatt trifft, braucht es weniger als eine Sekunde um ein Molekül von Kohlehydraten zu bilden. Einige Mikroorganismen produzieren Nährstoffe aus Sonnenlicht. Andere binden Stickstoff und reichern es im Boden an.

Viele weitere Prozesse laufen im Boden ab, von denen wir bis heute wenig wissen. Die modernen Wissenschaften haben noch nicht einmal 10% der Mikroorganismen auf der Erde erforscht.

Die Kommerzialisierung von Mikroorganismen

Die bessere Erforschung der Mikroorganismen führte in vielen Fällen zu einer kommerziellen Nutzung von Mikroorganismen. Diese Unmengen von Mikroorganismen wurden meist aus fernen Ländern importiert und auf den lokalen Markt verkauft. Das ist sehr bedauerlich. Wie kann man Mikroorganismen kommerzialisieren?

Der Handel mit Mikroorganismen ist nur möglich, wenn ein bestimmter Lagerbestand garantiert werden kann. Diese Mikroorganismen sind überwiegend kurzlebig und wenig effektiv. Und zwar, weil fremde Mikroorganismen in den lokalen Boden eingebracht werden. Die besten Mikroorganismen kommen allerdings vom eigenen Land, von der eigenen Umgebung. „Alles was Du brauchst, findest Du in Deiner Umgebung.“

Die Kraft der Lokalität

IMO‘s sind historische Produkte. Am Besten ausgebildet, bestens angepasst an die lokalen Gegebenheiten, überleben sie seit tausenden von Jahren. Sie überstehen selbst extreme klimatische Veränderungen. Künstlich erzeugte oder importierte Mikroorganismen überleben nur schwer in einer fremden Umgebung. Sie erwirken höchstens einen Kurzzeiteffekt. Im Natural Farming werden die Mikroorganismen nur in der normalen Aussentemperatur vermehrt. Dadurch sind sie Widerstandsfähig und optimal an die lokalen Bedingungen angepasst.

Die unverdorbene Natur wieder Herstellen

Einige Landwirte benutzen Mikroorganismen als Dünger oder Vitamin indem sie die Mikroorganismen dann auf des Land bringen, wenn sie meinen, den richtigen Zeitpunkt erwischt zu haben. Sie erwarten einen schnellen Erfolg und bekommen ihn meist auch. Jedoch kann dadurch die Balance des Ökosystems der Mikroorganismen langfristig gestört werden.

Im „Natural Farming“ werden die Mikroorganismen nicht für einzelne Phänomene genutzt. Wir glauben an die Wiederherstellung der unverdorbenen Natur, der Diversität und der ursprünglichen Kraft.

Wir müssen verstehen, dass immer kompliziertere und mechanischere (künstliche) Denkmuster die Landwirtschaft nur komplizierter und schwieriger macht – nicht besser.

Die Philosophie von „Natural Farming“ ist dem „TAO“ von Lao Tse sehr ähnlich. Der Stoffwechsel einer Pflanze differiert in Art und Intensität je nach Jahreszeit oder Alter der Pflanze. Die Arten und die Menge der Mikroorganismen die mit dem Stoffwechsel zusammenhängen differieren ebenso abhängig von den Jahreszeiten.

Wie gebrauche ich IMO?

Je weniger diversität ich an Mikroorganismen habe, desto weniger ist der Boden und die Pflanzen gegen Schädlinge resistent. Die kontinuierliche Nutzung von IMO macht nicht nur Pflanze und Boden gesund sondern hilft auch bei der Behandlung von Kranheiten.

Nutze IMO kontinuierlich!

Nachdem du 2-3 Jahre Natural Farming auf deinem Land praktiziert hast, könnte es sein, dass du ein bißchen nachlässiger in der Herstellung und Verwendung von IMO wirst. Diese Nachlässigkeit kommt von der voreiligen Annahme, dass sich dein Land jetzt in einem besseren Zusatand befindet, sodass ein weiteres Sammeln von IMO unnötig scheint. Die Leute denken, ein wenig Reiswein und ein paar Milchsäurebakterien würden ausreichen. Dem ist aber nicht so.

Das wichtigste im Boden ist die Diversität und Kraft der einfachen Organismen. Landwirte die IMO nicht regelmäßig nutzen, können keine kontinuierlichen Ergebnisse erwarten. Sich auf ein paar Zusätze wie Reiswein oder ähnlichem zu verlassen ist nicht ratsam. Es kann das Gleichgewicht der Mikrobiologie empfindlich stören.

Diversität ist essenziell

Die moderne Wissenschaft steht vor dem Dilemma, dass sie immer mehr Mikrooganismen findet. Die Mikroorganismen werden dabei in zwei Klassen unterschieden: die gute und die böse. Die Wissenschaftler probieren die „Guten“ zu seperieren und einzusetzen. Die meisten bakteriellen Produkte sind nach diesem Schema zusammengesetzt. Weitere Forschungen ergaben jedoch, dass die Nützlichkeit sowie die Schädlichkeit eines Organismus oft mit den Wechselbeziehungen mit anderen Organismen zusammenhängt. Du wirst wohl kaum einen nachhaltigen positiven Effekt mit seperierten Organismen bekommen. Es ist nicht falsch zu sagen, das IMO’s die beste und einfachste Variante sind.

Nutze die Stärksten!

Jeder, der mit indigenen Mikroorganismen gearbeitet hat, konnte die unterschiedlichen Ergebnisse von IMO’s aus unterschiedlichen Umgebungen beobachten. IMO aus sonnigen Gebieten verhalten sich anders als solche die aus schattigen Gebieten kommen. Ebenso machen Höhenlage und Bodenbeschaffenheit einen großen unterschied. Willst du dir ein paar „harte Jungs“ aus der Nachbarschaft einsammeln, dann findest du sie in den höheren Lagen sowie in der unberührten Wildniss mit hoher Energie.

Die Kraft der Diversität

Je sterilisierter dein Boden ist, desto weniger Mikroorganismen sind in deinem Boden vorhanden. Patogene Organismen können sich in solcher toten Umgebung explosionsartig ausbreiten. Lebendige und unterschiedliche Mikroorganismen kontrollieren sich gegenseitig und halten sich im Gleichgewicht.

Die Krankheiten kommen nicht zu dir, du bringst sie hinein!

Im nördlichen Bereich, findest du kälteliebende Organismen, auf der südlichen Seite die wärmeliebenden. Sammle dir besser aus jeder Region deine IMO und du wirst eine gute Mischung bekommen.

Wie werden IMO eingesammelt?

IMO können mit unterschiedlichen Methoden eingesammelt werden. Hier werden einige Methoden aufgeführt:

  • IMO-I
    IMO 1 ist der Basisansatz, dessen Bestandteile ein Mutterkuchen und direkt aus der Umgebung gewonnene Mikroorganismen sind. Der Mutterkuchen wird in Korea aus weich gekochtem Reis gewonnen. Hier in Norddeutschland sollte es etwas regionaler gehen. Eventuell Roggen, Dinkel oder Weizen. Das bleibt auszuprobieren. Erste Versuche mit Roggenschrot und einem kleinen Zusatz von Sauerteig zeigten gute Ergebnisse. Es funktioniert aber auch ohne Sauerteig.
  • Herstellung IMO-1Nehme eine kleine Holzschachtel (oder ähnliches) mit ca 12-15 cm Durchmesser Befülle sie mit einem Viertel Mutterkuchen (hart gekochtem Reis, Roggen, Gerste, Weizen oder ähnlichem) Decke sie mit einem Papiertuch oder sauberem Baumwollstoff ab.Stelle die Kiste in direkter Nähe zum Kompost oder grabe sie bis zur Laubgrenze in ein unberührtes Waldstück und bedecke sie mit Mulch, Laub oder Gras. Je nach dem, welche Mikroben dominieren sollen, wird der Standort gewählt. Sollen die IMO mehr bakteriell dominiert sein, suche gesunde Gräser oder ähnliches. Nachdem die Kiste abgedeckt ist, schütze sie mit einem Drahtgeflecht vor Kleintieren (Mäuse, Schlangen oder ähnlichen). Dann bedecke das Drahtgeflecht wiederum mit umliegenden Material. Schliesslich wird das ganze mit einer Plastikplane abgedeckt um die Kiste vor Regen zu schützen.

    Im Wald dominieren die Pilze, suche Dir einen schönen, alten und gesunden Baum mit viel Laubabwurf und einer guten Humus-Schicht. In deinem Kompost – sofern er gesund und gut gepflegt ist, dominieren deine Gartenmikroben. Nach 6-9 Tagen – in Deutschland meist ein paar Tage länger – sollte die Oberfläche des Mutterkuchens eine schöne weiße, flockige Pilzschicht (kein farbigen Schimmel) aufweisen. Fertig ist IMO-1!

Es sollte darauf geachtet werden, dass der Ansatz nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Regentage sollten gemieden werden, da erhöhte Schimmelgefahr besteht.

  • IMO-2Bei IMO-2 wird IMO-1 mit braunem Zucker gemischt und fermentiert. Auch der braune Zucker müsste substituiert werden. Der deutsche Rübenzucker wird mittlerweile auch biologisch angeboten. Eventuell bekommt mensch dort unraffinierten Rübenzucker Die Fermentation gelingt am besten in dafür vorgesehene Ton-Töpfe (Kuhltopf). Es geht aber auch in einem verschliessbaren Plastikeimer Nach wieder mal 5-9 Tagen sollte der Ansatz fertig sein.
  • IMO-3Nachdem der IMO-2 gefertigt ist, wird er mit Weizenkleie oder Dinkelspelz oder ähnlichem vermischt Es wird eine Miete mit dem Gemisch angelegt und abgemulcht. Die Miete sollte mit Mutterboden in Kontakt kommen und nicht auf Beton oder ähnlichen liegenWenn ein Kompost-Thermometer zur Hand ist, kann man die Temperatur von Zeit zu Zeit kontrollieren. Sie darf nicht über 50°C steigen. Sollte die Miete zu heiss werden, kann sie vorsichtig mit einer Grabgabel belüftet werden 5-9 Tage auf weiße, flockige Pilzschicht warten Fertig!
  • IMO-4Schliesslich wird IMO-3 mit der Erde aus dem Garten vermischt Wie bei IMO 3 als Miete angelegt Nach 5-9 Tagen sollte die berühmte weiße flockige Pilzschicht zu sehen sein Fertig ist der Aktivierungsprozess für einen gesunden Boden mit reichlich Bodenleben.
Die lokale Methode

Die folgende Methode ist aus der Praxis in Deutschland entstanden. Das Ergebnis ist eine 100% Stammlösung. Bis zum Gebrauch sind drei Schritte notwendig.

  • Schritt I
    aktives Biotop (extensiv genutzte Waldfläche, Laub- oder Mischwald) aufsuchen rund 3 Jutesäcke werden mit Waldstreu (unterhalb der Laubschicht), angerotteten Kleinteilen, Wildkräutern (sofern an der Sammelstelle vorhanden, einfach mit einsacken) bei nicht zu trockener oder zu nasser Witterung befüllt.
  • Schritt 2
    Ein Gärtopf oder ähnliches, rund 3 Kg regionaler Bio-Zucker, Fruchtzucker (Apfel/Birnendicksaft) – getestet, Honig – getestet, Rübenzucker (nicht raffiniert), Zuckerrübensirup. Sammelgut wird mit dem Zucker/Honig vermengt (wenn nötig mit etwas Wasser verflüssigen) – die Masse sollte druckfeucht sein. In Gärtopf gefüllt und fest eingestampft (wie Sauerkraut), damit nicht zuviel Sauerstoff den Prozess in Fäulnis umwandeln kann. 12-14 Tage stehen lassen (nicht der Sonne aussetzen) ‣ Riechprobe: sollte angenehm säuerlich riechen – wenn es stinkt, wegschmeissen!
  • Schritt 3
    Mutterkuchen (aus Schritt 2) ein verschraubbares oder gut verschliessbares Wasserfass, mindestens 200 Liter, 3-4 Kg regionales Bio-Getreide (wenn möglich unterschiedliche Ursorten) in ein bis zwei Jutesäcke, gut zubinden, Wasser (wenn möglich Brunnenwasser). Mutterkuchen in ein bis zwei Jutesäcke füllen und ins Wasserfass legen Getreidesäcke ebenfalls ins Wasserfass legen, mit Wasser auffüllen, 10-14 Tage stehen lassen (je nach Aussentemperatur), fertig.

Die Stammlösung sollte im Gieß- oder Sprühwasser mit 3-5% enthalten sein. In Einzelfällen kann die Lösung auch pur eingesetzt werden.

Fermentierter Pflanzensaft

Was ist ein fermentierter Pflanzensaft?

Generell bestehen Pflanzen aus Blut, Chlorophyll und Fasern. Zusätzlich besiedeln rund 100.000 bis 150.000 Mirkoorganismen einen Kubikzentimeter eines Blattes. Die meisten davon sind Milchsäurebakterien und Hefen.

Fermentierter Pflanzensaft (FPJ) ist ein fermentierter Extrakt des Blutes und des Chlorophylls. Brauner Zucker bewirkt einen osmatischen Druck in der Pflanze und extrahiert die flüssigen Inhaltsstoffe der Pflanze. FPJ ist reich an Enzymen, voll von Bakterien und stärkenden Substanzen.

Es ist interessant, dass Chlorophyll weder in Öl noch in Wasser gelöst werden kann; So aber mit schwachem Alkohol. Dieser schwache Alkohol wird bei der Fermentierung durch die Mikroorganismen produziert.

FPJ und Kimchi

Seit ewigen Zeiten genießt der Koreaner Kimchi. Es wird aus einer Mischung unterschiedlicher Gewürze und Gemüse, nicht nur als nährstoffreiche Speise sondern ebenso als Verdauungshilfe verwendet. Eine vielzahl an Milchsäurebakterien erledigen den Job. Aus diesem Grunde beginnen viele Koreaner ihre Mahlzeit mit einem Löffel Kimchi-Saft.

Einige findige Landwirte verwendeten Kimchi in der Landwirtschaft. Mein Vater war so einer. Er warf den äusserst sauren, alten Kimchi-Saft nie Weg. Er füllte ihn in ein Gefäß, mischte ihn mit Fäkalien und Wasser und nutzte das Gemisch als Dünger. Die Pflanzen waren gesund und gediehen prächtig. Und so dachte ich mir, wenn Kimchi mit menschlichen Fäkalien gut für die Pflanzen ist, warum sollte es nicht auch direkt funktionieren?

Ich machte einige Experimente und gab den Pflanzen verdünten Kimchi-Saft. Ich testete die Keimfähigkeit von Chilli-Samen, getaucht in altem Kimchi-Saft. Die Ergebnisse überstiegen meine Erwartungen. Ich forschte weiter mit unterschiedlichen Pflanzen als Kimchi-Basis. FPJ ist ein Ergebnis dieser Forschung. Ich nahm statt Salz Zucker für den Kimchi.

Beifuss & Mädesüss

Beifuss und Mädesüss sind zwei Grund-FPJ’s. Den Hinweis auf die Verwendung von Beifuss und Mädesüss bekam ich von unseren Vorfahren. In alten Traditionen wurde die Frau nach der Geburt in einem Beifuss-Bad gebadet.

Nach einigen Nachforschungen erfuhr ich, dass Beifuss reich an Eisen und Mädesüss reich an Magnesium ist. Da Beifuss reich an Eisen ist, ist es das Beste für die Frau nach der Geburt oder während der Menstruation. Des weiteren stimmuliert Magnesium im Mädesüss das periphere Nervensystem und beschleunigt den Zellaufbau. Das begünstigt auch die Heilung von Wunden.

Eisen und Magnesium sind nicht nur für den Menschen wichtig. Sie sind essentiell beim Pflanzenwachstum. Darum dachte ich mir, diese Mikronährstoffe vom Beifuss oder Mädesüss zu extrahieren, könnte vom großen Vorteil für meine Pflanzen sein.

Die besten Zutaten findest du überall

Nochmals: wir betonen, dass die Philosophie vom Natural Farming für Landwirte geeignet ist, die ihre Zusätze selbst herstellen. Selbiges gilt für den fermentierten Pflanzensaft. Kräftige Pflanzen gibt es überall. Es gibt viele Möglichkeiten, sich diese Kraft zu nutze zu machen. So auch einen fermentierten Pflanzensaft. Jede Pflanze mit viel Kraft ist gut für den FPJ. Es sind jene grünen Pflanzen zu bevorzugen, die als erster im Frühjahr wachsen oder solche, die im Herbst am längsten grün bleiben. Schnell wachsende Pflanzen, wie der Bambus, sind ebenfalls gut. Die Achselsprossen aller Grünpflanzen besitzen viele Wachstumshormone. Das ist gut für FPJ.

Was sollte gesammelt werden?

Stark gegen Kälte und gutes Wachstum im Frühling.

Es wird empfohlen solche Pflanzen zu sammeln, die stark gegen Kälte sind und schnell im Frühjahr wachsen. So wie Beifuss und Mädesüss. Beide Pflanzen kommen – nicht nur – häufig in Korea vor. (Für uns in Europa sind auch Brennessel und Distel zu empfehlen. – DOH)

Beifuss ist sowohl gegen Kälte als auch gegen Hitze unempfindlich. Herbizide können ihn schwächen aber er überlebt auch solch einen Angriff. Wir wollen diese Kraft auch in unseren Kulturpflanzen wissen! In Korea wird Beifuss vielfach verwendet, namentlich in der Küche, der Heilkunde oder zum Baden.

Mädesüss ist ebenso leicht verfügbar. Er senkt das Fieber und treibt den Harn. Außerdem ist Mädesüss reich an Kalzium und Magnesium, was gut ist für die Durchblutung und das periphere Nervensystem stärkt. Die selben Eigenschaften verwirklichen sich auch bei Pflanzen, die mit Mädesüss-FPJ besprüht werden. Von daher sollte ein Natural Farmer Beifuss- und Mädesüss-FPJ stets auf Lager haben.

Schnellwachsend und Widerstandsfähig

Für die Herstellung von FPJ ist es wichtig, schnell wachsende Pflanzen zu verwenden. Diese Pflanzen beinhalten eine Menge aktiver Wachstumshormone. Das bedeutet: die Pflanzen haben viel Energie. Diese Eigenschaft kann jegliches Schwächeln vertreiben und Gesundheitsprobleme bei unseren Nutzpflanzen lösen.

Bambussprossen sind ein typisches Beispiel. Mensch sieht sie spriessen nach dem Regen. Uns weil sie sehr schnell wachsen, müssen sie rechtzeitig gesammelt werden. Die Erde sollte entfernt werden, jedoch nicht die Außenhaut der Pflanze. Bambussprossen-FPJ gemischt mit Beifuss- und Mädesüss kann zur Steigerung des Wachstums verwendet werden, wenn die Pflanzen durch Krankheit geschwächt sind.

Es gibt aber noch viele andere Pflanzen neben dem Bambus, die für einen fermentierten Pflanzensaft verwendet werden können. Das sind zum Beispiel Gurke, Erdbeere oder Kiwi (oder die europäischen Varianten). Die Knospen der Gurke werden für die Gurke genutzt. Eine Gurke braucht von einem Gramm auf zehn gerade mal zehn Tage. Obwohl sie anfällig ist bei Kälte oder Krankheiten. Also nutzen wir die Knospen für den FPJ. Wenn du 50 Zentimeter über den Wurzeln zur Erntezeit abschneidest und diesen Stengel kopfüber in ein Gefäss hängst, wird der Saft auslaufen. Dieser Gurkensaft ist ebenfalls gut für die Gesichtspflege. Es heißt, der Saft könne sich drei Jahre halten, ohne an Farbe oder Geschmack zu verlieren.

Außerhalb der Saison

Alle FPJ-Zutaten haben ihre optimale Sammelzeit. Das gilt ebenfalls für Wasserpflanzen. Beachte: Fermentierter Pflanzensaft, der im Frühjahr hergestellt wurde, muss über das ganze Jahr reichen. Produziere also ausreichend.

Es wird Empfohlen, Wildpflanzen zu verwenden, die in der Umgebung seit Generationen beheimatet sind. Wilde Pflanzen haben viele Widerstandskräfte, welche den Schlüssel für die Wirksamkeit vom fermentierten Pflanzensaft darstellen. Vor allem können große Mengen davon gesammelt werden.

Es wird Empfohlen, Wildpflanzen zu verwenden, die in der Umgebung seit Generationen beheimatet sind. Wilde Pflanzen haben viele Widerstandskräfte, welche den Schlüssel für die Wirksamkeit vom fermentierten Pflanzensaft darstellen. Vor allem können große Mengen davon gesammelt werden.

FPJ von der gleichen Pflanze

Abgesehen von den Wildpflanze können wir auch Saft von gleichen Pflanzen nutzen. Wir geben der Pflanze zurück, was sie produzierte. Dafür kannst du all die Reste verwerten, die normalerweise auf den Kompost kommen. Erntereste, Fallobst oder Schadhaftes Gemüse beziehungsweise Obst.

Wie wird gesammelt?

– wartet noch auf Übersetzung …

Mixed Compost

Mixed Compost (MC) ist eine überaus wichtige Komponent im Natural Farming. Es entsteht durch Vermischung organischer wie tierischer Materialien. Biogene Reststoffe, Laub, tierische und menschliche Exkremente, Grünabfälle, Strauch- und Baumschnitt und vieles mehr sind als Basismaterialien denkbar. Zur Feuchtigkeitskontolle nutzen wir verdünnten (FPJ) und (FAA). Gemeinsam mit (LAB) und Hefe verbessern wir dadurch ebenfalls die Qualität des Kompostes. Mixed Compost weist gewisse Ähnlichkeiten mit dem gängigen Kompost aus dem Hausgarten auf, jedoch ist die Qualität eine signifikant andere.

Mixed Compost muss mit „wilder“ Erde aus naturnahen Landschaften und der eigenen Felderde vermischt werden. Erde muss zugegeben werde, damit die Nährstoffe gehalten werden. Es verhindert Gestank – Gestank entsteht, wenn Nährstoffe entweichen. Wilde Erde hat viele Mineralien und frische Mikroorganismen. Gemischt mit der eigenen Felderde, gehen beide Organismengemeinschaften eine Symbiose ein und die „fremden“ Mikroorganismen werden nicht zu Feinden der Feldbiologie.

Nebenbei sei bemerkt, dass unfermentierte Biomasse (Gerteidereste, Fäkalien, Siedlungsabfälle) dem Boden schadet.
Beim Abbau der Biomasse wird dem Boden Sauerstoff entzogen. Es wird beim Abbau Ammonium- und Methangas freigesetzt, was den Pflanzen schadet. Noch schlimmer ist der Effekt im Gewächshaus. Organische Substanz ist Nahrung für Pflanzenschädlinge. Der Schaden eines solchen Vorgehens wird nicht gleich sichtbar. Später, wenn mensch es nicht gebrauchen kann, kommt er zu Tage.

Effekte von Mixed Compost

Mixed Compost fördert die Aufnahme von Mikronährstoffen: Viele und diverse Mikroorganismen leben im Mixed Compost mit hunderten von Enzymen und allen Arten organischer Verbindungen. Wenn Mikronährstoffe organisch gebunden sind, ist ihre Aktivität nachhaltiger als im ionisiertem Stadium. Eine Studie wurde diesbezüglich in Auftrag gegeben. Das Ergebnis zeigte, dass organisch gebundenes Eisen eine 1.000 fach höhere Reaktionsfreude hatte als im Anorganischem Zustand.

Mixed Compost unterstützt die Arbeit von Pflanzenhormonen: Mixed Compost enthält eine Menge Hormone. Viele Pflanzenreste sind wahre Nester von unzähligen Hormonen. Nochmehr Hormone werden im Fermentierungsprozess gebildet; Auxin wird von Hefen und Fadenpilzen gebildet; Gibberellinsäure vom Roten Pilz, Cytokin bei Hefen und Bakterien – Cytokin-Hormone fördern das Blatt- und Zweigwachstum, Achselknopstenwachstum, Zellvermehrung, Embrio- und Keimbildung, Blütenknospenbildung, Keimfähigkeit und es verhindert Alterungen.

Mixed Compost enthält wichtige Vitamine. Vitamine haben bei der Pflanze – ähnlich wie beim Menschen – viele Schlüsselfunktionen. Vitamine funktionieren wie ein Schmierstoff zur Förderung der Nährstoffbildung. Mixed Compost enthält durch (FPJ), (FAA) und anderen Natural Farming Zutaten jeden Menge Vitamine.

Wie mache ich Mixed Compost?

Bereite IMO4 (IMO) und organische Masse im Verhältnis 1:10 vor (die Zusammensetzung der Biomasse darf unterschiedlich sein). Die Beste Jahreszeit ist Herbst und Winter. Hier im nördlichen Raum ist der Oktober ideal. Im kalten Winter kann das Gewächshaus mit dem Ansatz gewärmt werden.

Mische die Zutaten unter einem Dach oder in einer Scheune. Vermeide dierektes Sonnenlicht oder Regen. Mache es auf dem Erdboden nicht auf Beton oder ähnlichem. Das gesamte Material sollte mehr als 500 kg wiegen. Es ist schwierig die Fermentationshitze zu halten mit kleinerem Volume.

Ziehe die Miete auf 40 cm auseinander wenn es heiss ist und 80 cm hoch, wenn es kalt ist. Damit kommt Sauerstoff in das Material und du kannst die Temperatur damit kontrollieren.

Stelle das Material auf 60% Feuchtigkeit mit (500-fach verdünnt) (FPJ), (FAA), (OHN), (NMA) oder anderen Lösungen ein.

Das Material sollte druckfeucht sein. Sich also feucht anfühlen ohne bei Druck zu tropfen.
Bedecke das Material mit Stroh oder Heu.

Wenn die Temperatur 50°C erreicht ist, wende das Material. Wenn das Material von innen nach aussen gewendet wird, sinkt die Temperatur und es wird gut durchlüftet. Wende das erste Mal am zweiten Tag, das zweite Wenden am 5-6 Tag und das dritte am 8-10 Tag.

Kontrolliere die Feuchtigkeit, falls nötig. Nach 20 Tage sollte der Mixed Compost fertig sein. Mixed Compost hat einen angenehmen geruch. Wenn es stinkt, ist es nicht fermentiert sondern verdorben. Wenn es ganz schlimm kommt, da du nicht richtig gewendet hast oder der Ansatz zu feucht war, hast du eventuell Maden.

Fülle den Mixed Compost in Säcke oder Plastik-Fässer. Bewahre es an einem schattigen Ort, dann hält sich der Kompost für ein Jahr.

2 Kommentare

  1. Hallo ich finde diese Website richtig gut und bin echt fasziniert von der Philosophie dahinter. Ich fermentiere selber schon seit Jahren, auch Wildkräuter, aber die Idee wilde Mikroorganismen zu verwenden finde ich echt genial!

    Mich interessiert die Wildkräuterfermentation für den direkten menschlichen Verzehr, entweder für die Ernährung oder als Kur oder Medizin.

    Darum wollte ich gerne wissen die Herstellung vom fermentierten Pflanzensaft (FPJ) hier funktioniert. Habe die komplette Website 2-3 mal durchgelesen weil ich total begeistert bin über dieses Thema aber habe leider nichts gefunden. Dann könnten wir Erfahrungen austauschen.

    Danke für diese enorm informative Seite!

    Liebe Grüße aus dem Ökodorf Sieben Linden

  2. Hallo Robert. Fermentierter Pflanzensaft ist z.B. die berühmte Brennesseljauche. Einfach einen Eimer mit Wildkräutern füllen, mit Regenwasser auffüllen und abdecken. alle paar Tage umrühren. Nach ca 2 Wochen ist sie fertig.

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